Materialinformationen

Lernen Sie die verwendeten Naturmaterialien kennen

Auf dieser Seite erhalten Sie einen schnellen Überblick über die Herstellung und Pflege der von uns verwendeten Naturfasern.

Baumwolle

Das Naturmaterial Baumwolle wird aus den Samenhaaren der Baumwollpflanze, einer malvenähnlichen Staudenpflanze, die vorrangig im tropischen und subtropischen Klima wächst, gewonnen. Die walnussgroßen Kapselfrüchte der Pflanze platzen bei Reife auf und weiße bis gelbliche Samenhaare der Baumwollfrucht kommen zum Vorschein. In einer Baumwollkapsel befinden sich in verschiedenen Fächern bis zu 30 Samen mit 2000 bis 7000 Baumwollfasern. Die Samenhaare werden später zu Baumwollgarn versponnen. Je länger die Fasern sind, desto höher ist die Qualität des Stoffes.

Baumwolle wird hauptsächlich in der Textilindustrie verwendet. Die Naturfaser Baumwolle ist sehr widerstandsfähig und gut waschbar. Das langlebige und sehr hautfreundliche Naturmaterial saugt besonders gut Feuchtigkeit auf und trocknet schnell. Durch die dichte Oberflächenstruktur ist Baumwolle weich und anschmiegsam.

Pima-Baumwolle

Pima-Baumwolle ist eine besonders feine Varietät der Baumwolle. Diese verfügt über sehr lange Fasern (bis 35mm). Dadurch wird sie außergewöhnlich weich, strapazierfähig und bekommt durch die Verarbeitung einen edlen Seidenschimmer. Um die wertvollen Fasern zu schonen wird Pima-Baumwolle größtenteils in Handarbeit geerntet, was sich dann auch in einem vergleichsweise höheren Handelspreis niederschlägt.

kbA-Baumwolle

Die Abkürzung kbA steht für ‚kontrolliert biologischer Anbau‘. Bei Baumwolle aus kontrolliert biologischem Anbau wird auf die Verwendung von Chemiedüngemitteln und Pestiziden größtenteils verzichtet. Zudem wird ein natürliches Saatgut verwendet und die Baumwolle per Hand geerntet. Diese Eigenschaften machen Bio-Baumwolle zu einem besonders wertvollen Naturmaterial.

Leinen

Leinen ist das älteste pflanzliche Textilgewebe. Die Naturfaser wird aus den Stängeln der Flachspflanze gewonnen. Im Gegensatz zu Baumwolle können hier direkt ganze Bündel geerntet werden, die aus mehreren Zellulose-Fasern bestehen.

Die Naturfaser Leinen ist aufgrund seiner lockeren Webart sehr atmungsaktiv. So kann Feuchtigkeit schnell aufgenommen und wieder abgegeben werden. Deshalb ist Leinen vor allem im Sommer so beliebt. Zudem glänzt das Naturmaterial mit seiner ausgesprochen hohen Widerstandsfähigkeit. Leinen ist ein sehr hygienisches Material, es wirkt bakterizid, schmutzabweisend und ist kaum elektrostatisch aufladbar, was die Flusenbildung zusätzlich hemmt. Diese Eigenschaften machen Leinen besonders langlebig und formstabil.

Einziger Schwachpunkt des Gewebes ist eine gewisse Anfälligkeit gegenüber Reibung. Daher kombiniert man Leinenfasern häufig mit Baumwollfasern zu so genanntem Halb-Leinen. Um diese Bezeichnung tragen zu dürfen, darf der Anteil von Leinenfasern im Gewebe nicht weniger als 40% betragen. Diese Materialkombination erhält alle Vorteile der Leinenfaser, hat allerdings eine deutlich höhere Scheuerfestigkeit.

Leinen gilt als besonders ökologische Faser, da bei seinem Anbau im Gegensatz zur Baumwolle nur sehr geringe Belastungen der Umwelt durch Pestizide und Dünger auftreten. Das Leinen zum Ende des 19. Jahrhunderts als Textilfaser Nr.1 von der Baumwolle abgelöst wurde, liegt an der aufwendigen und arbeitsintensiven Umwandlung der Flachsstängel im Leinengewebe. Hier hat die erheblich leichter weiter zu verarbeitende Baumwolle durch die Industrialisierung und die aufkommende Massenproduktion klare Vorteile.

Seide

Seide wird aus dem Kokon der Seidenspinner Raupe gewonnen. Der Faden eines einzigen Kokons kann bis zu 900 Meter lang sein, daher gilt Seide als einzige textile Endlosfaser natürlichen Ursprungs. Die Faszination, die Seide auf Menschen in aller Welt ausübt, ist seit über 4500 Jahren ungebrochen. Neben dem mystischen Glanz ist es vor allem das besondere Gefühl auf der Haut, welches Seide zu einem der begehrtesten Materialien in der Modewelt macht.

Seide ist wunderbar leicht, weich, geschmeidig und knittert nicht. Zudem kann Seide bis zu 30 % ihres Eigengewichts an Flüssigkeit aufnehmen, ohne sich dabei nass anzufühlen. Durch ihre Saugfähigkeit und die Atmungsaktivität ist Seide vor allem im Sommer ein sehr begehrtes Material.

Der natürliche Glanz der Seide bleibt auch nach dem Färben erhalten. Damit bekommen die verwendeten Farben eine einzigartige Strahlkraft, wie sie von keiner anderen natürlichen Faser erzeugt werden kann. Der hohe Preis von Seidenstoff resultiert aus dem aufwendigen Produktionsprozess. Die idealen Aufzuchtbedingungen für den Seidenspinner herzustellen erfordert Erfahrung, Geschick und große Mengen von Maulbeerbaumblättern. 3000 seiner Kokons ergeben lediglich ca. 250 g Seidenfaser. Daher wird Seide auch in Zukunft ein sehr exklusives Vergnügen für echte Modeliebhaberinnen bleiben.

Wolle

Für die Gewinnung von Wolle wird das Fell von Schafen (Schafwolle oder nach Schafrasse Merinowolle), Kaschmirziegen (Kaschmirwolle), Alpakas (Alpakawolle) oder Yaks (Yakwolle) geschoren oder ausgekämmt.

Wolle kann Feuchtigkeit bis zu einem Drittel ihres Trockengewichts aufnehmen, ohne dass sie sich feucht anfühlt. Die Feuchtigkeit wird bei trockener Umgebung schnell und problemlos wieder abgegeben. Unter Einfluss von Feuchtigkeit, Wärme oder Druck entknittert sich Wolle vergleichsweise schnell wieder und ist dauerhaft verformbar. Zudem ist Wolle wenig schmutzanfällig und lädt sich nicht elektrostatisch auf.

Yakwolle

Der Yak ist die einzige Rinderrasse, die über ein Fell verfügt, aus dem Wolle für Kleidung gewonnen werden kann. Obwohl die ausgewachsenen Tiere über ein imposantes Erscheinungsbild und ein prachtvolles Fell verfügen, können pro Jahr und Yak lediglich zwischen 3 und 6 kg der besonderen Feinwolle ausgekämmt werden, die bei der Herstellung von exklusiven Kleidungsstücke Verwendung findet. Neben seiner Funktion als einzigartiger Wärmespeicher ist es vor allem das angenehme Tragegefühl auf der Haut, welches Yakwolle in der Wintersaison zu einem der begehrtesten Materialien der Modewelt macht.

Alpaka(wolle)

Alpakawolle wird aus dem Wollkleid des kamelähnlichen Alpakas gewonnen und bereits seit mehreren 1000 Jahren zur Herstellung von Kleidung genutzt. In der Regel werden Alpakas einmal jährlich teil-geschoren, wodurch die verhältnismäßig geringe Menge von 3 bis 4 kg des Wollkleids gewonnen werden kann. Das Fellkleid kann bis zu 22 unterschiedliche Farben und bis zu 60 verschiedene Schattierungsmuster natürlichen Ursprungs enthalten. Die großartige Wärmespeicherfähigkeit der Alpakafaser ist gegenüber Schafwolle um ein Fünffaches erhöht. Die geringe Verfügbarkeit gepaart mit der einzigartigen Farbvielfalt und den besonderen Komforteigenschaften führte dazu, dass Alpakawolle bereits in der Inkahochkultur den Beinamen „Vlies der Götter“ bekam und nur wohlhabenden Persönlichkeiten zugänglich war. Alpakawolle sorgt für ein einzigartiges Tragegefühl und spendet vor allem im Winter Schutz vor Kälte. Die Alpakafasern sind besonders strapazier- und widerstandsfähig, dennoch kuschelig weich und anschmiegsam. Alpakawolle enthält zudem kein Lanolin und wird daher auch von Wollallergikern gut vertragen.

Merinowolle

Merinowolle wird aus dem Fell der Merinoschafe gewonnen. Die Wollfasern sind sehr lang, stark gekräuselt und sehr weich und im Vergleich mit der Wolle herkömmlicher Wollschafe sehr viel dünner und feiner. Die Feinheit der Naturfasern sorgt für die besondere Leichtigkeit und begünstigt einen noch höheren Tragekomfort.

Die starke Kräuselung führt dazu, dass viel Luft zwischen den einzelnen Fasern eingeschlossen werden kann und die Wolle aufgrund dessen luftig leicht auf der Haut liegt. Die dadurch begünstigten Wärme- und Kälte-Regulationseigenschaften machen Merinowolle sowohl im Winter als auch im Sommer tragbar. Merinowolle ist zudem besonders atmungsaktiv und trocknet schnell. Ihre Elastizität auch in nassem Zustand und der seidig-weiche Griff sind ein weitere Pluspunkte.

Mohair

Mohair ist eine besonders lange tierische Faser, die aus dem Haarkleid der Angoraziege gewonnen wird. Durch die Schur können etwa 4 Kilogramm Garn pro Tier im Jahr gewonnen werden. Mohair wird häufig zusammen mit Schurwolle versponnen und zeichnet sich durch seine Feinheit und Leichtigkeit aus. Die Fasern sind nur wenig gelockt und filzen und knittern nicht. Durch den sanften Schimmer der relativ stark glänzenden Fasern wirkt Mohair besonders edel.

Kaschmir

Kaschmir wird aus dem Unterfell der Kaschmirziege gewonnen. Immer im Frühjahr zum Fellwechsel wird das sehr feine Unterhaar, das Flaumhaar, ausgekämmt oder ausgezupft. Weil durch diesen Vorgang lediglich 150-200 Gramm der feinen Unterwolle gewonnen werden kann, benötigt man den Flaum von 3-4 Tieren, um einen einzigen Kaschmirpullover herstellen zu können. Zum Vergleich, ein Merinozuchtschaf bringt es im Jahr auf bis zu 10 Kilogramm Wolle. Der verhältnismäßig hohe Aufwand in Verbindung mit dem geringen Ertrag macht das Naturmaterial so teuer und kostbar. Je nach Herkunft kann der Flaum des Tieres eine weiße, braune, graue oder sogar schwarze Eigenfarbe aufweisen.

Das einzigartige Image verdankt die Naturfaser Kaschmir ihrer Weichheit und ihrem seidigen Glanz. Ihre Geschmeidigkeit wird von keiner anderen Textilfaser übertroffen.

Aufgrund seiner besonderen Feinfaserigkeit besitzt Kaschmir eine einzigartige Wärmerückhaltungsfunktion, bei besonders geringem Eigengewicht. Zudem ist Kaschmir sehr atmungsaktiv sowie schmutz- und geruchsabweisend.

Unter Pflegehinweise erhalten Sie weitere wertvolle Tipps, die Ihr Lieblingsstück noch schöner machen und länger gut in Form halten.